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Zuchtforelle
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Forellenquintett/Var.Uber "Trockne Blumen"/+ (Audio CD) Verführt durch die andere Rezension habe ich diese Aufnahme erworben - inzwischen zähle ich meine Forellen auch nicht mehr, obwohl ich mit dem Quintett erst 1972 Bekanntschaft machte - und leider war's eine Enttäuschung. Es wird ja brav und sauber gespielt, aber diese schöne Forelle ist eine Zuchtforelle. Es fehlt das Spielerische, das Überraschende. Wer eine Wildbachforelle sucht, sollte sich eher zu Forelle à la Capuçon oder sogar Forelle à la Naxos wenden. Was fehlt denn Helmchen & Co? Ich glaube, im allgemeinen fehlt ihnen der Sinn für die Schubertsche Architektur. Daß die Melodie zu Begleitung wird und aus der Begleitung eine melodische Stimme entsteht ist etwas, was einem in Schuberts Klaviermusik häufig begegnet. Hier wird es sozusagen potenziert durch das ständige Wechselspiel zwischen den Instrumenten. Bei der Capuçon-Truppe hat man den Eindruck eines regen Austauschs zwischen den Partnern, hier hat man brav Melodie und Begleitung. Sogar Alois Posch, der in beiden Aufnahmen spielt, scheint dort mehr Spaß an der Sache zu haben. Dazu ist Tetzlaffs Intonation nicht frei von Trübungen, ist Marie-Elisabeth Hecker etwas blaß. Helmchen kommt in der Differenzierung der Artikulation, in der Subtilität der Dynamik, in der Raffinesse des Anschlags nicht an Braley (und auch nicht an Naxos' Allzweck-Pianisten Jandó) heran. Hinzukommt, daß die Wiederholungen, die ein Bestandteil von Schuberts Musik sind, hier einfach Wiederholungen sind, ohne Steigerung oder Differenzierung. Die zwei Sätze, die am meisten darunter leiden, sind der zweite und der fünfte, und eben der letzte Satz klingt hier nicht wie der krönende Abschluß des Quintetts sondern eher wie ein Abgesang.
Das gleiche wiederholt sich mit den Variationen "Ihr Blümlein alle". Die Idee, eine Holzflöte einzusetzen, war ein falscher guter Einfall. Es fehlen die Nuancen der klassischen Querflöte. Dazu hämmert und klimpert Helmchen, sobald er übers Mezzoforte geht, so daß diese Einspielung den Hörer leicht davon überzeugt, daß diese Variationen nicht zum Besten gehören, was Schubert komponiert hat. Gott sei dank gibt es andere Aufnahmen, wie die von Tonelli/Avenhaus, die das Gegenteil beweisen.
Vom abschließenden Notturno gibt es eine Menge Vergleichseinspielungen. Diese ist zu undifferenziert (die B Teile dieser ABABA Form werden einfach hingedonnert), um zu überzeugen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. Dezember 2010 |